VdB Report

“Wien: Stadt, die Wissen schafft”
Finanzen, AkteurInnen, Visionen einer europäischen Forschungsmetropole.
Vierter Bericht des Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung
Download Report 2014 (PDF, 1,4MB)

 

Beste Voraussetzungen

Wien hat die besten Voraussetzungen, eine europäische Forschungsmetropole zu werden. Dafür sind strategische Ziele, eine Forschungsförderung, die entlang zukunfts- orientierter Schwerpunkte ausgerichtet ist, und bessere Rahmenbedingungen für WissenschafterInnen und Studierende nötig. Einiges davon kann die Stadt Wien um- setzen, in anderen Fällen ist sie auf andere, z. B. den Bund, angewiesen.

Zur Zeit entstehen in Wien einige Dinge, die den Wissenschaftsstandort aufwerten werden, wie etwa ein überregionales Dual Career Service für internationale Paare, die ihrer wissenschaftlichen Arbeit gemeinsam nachgehen wollen. Ein Gästehaus für internationale ForscherInnen, die Marie-Jahoda-Akademie und ein Haus für Quantenoptik und -physik, das als Magnet für SpitzenwissenschafterInnen dienen soll, stellen weitere Beispiele dar. All das ist gut und wichtig. Aber reicht es, um Wien zu einer der größten und wichtigsten Forschungs- und Innovationsmetropolen Europas zu machen? Das muss jedenfalls der Anspruch sein, denn die Voraussetzungen sind gut.

Großer Nutzen

Wien profitiert von seiner Stellung als Bundeshauptstadt. Mit neun öffentlichen Universitäten, fünf Privatuniversitäten und sechs Fachhochschulen stellt Wien den größten Hochschulstandort Österreichs dar. Auch der außeruniversitäre Sektor ist in Wien stark präsent. Insgesamt bildet Wien mit über 700 Forschungseinrichtungen das Zentrum der Forschung in Österreich.

Damit gehen auch große Mengen an Forschungsgeldern einher, die vom Bund und den Betrieben, die am Standort Wien Forschung betreiben, investiert werden. Die Stadt profitiert enorm von dieser Struktur. Das gilt nicht nur hinsichtlich der Beschäftigung, sondern auch hinsichtlich des wissenschaftlichen Know-how und des Innovationspotenzials.

Wissenschaft als oberste Priorität

Wien darf sich als größter Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreichs nicht darauf ausruhen, dass die Universitäten im Kompetenzbereich des Bundes liegen. Auch für die Stadt muss Wissenschaft (und Bildung insgesamt!) oberste Priorität haben. Rund 190.000 Studierende sind eine enorme Bereicherung für die Stadt, sowohl kulturell als auch finanziell. Daraus leitet sich die Verantwortung ab, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen, was sich auch in den Budgetzahlen der Stadt widerspiegeln muss. Es ist im Interesse Wiens, in Zukunftsbereiche zu investieren und das auch ausreichend zu kommunizieren. International muss sichtbarer werden, wie viel Wien tut und wie viel sich in Wien tut.

Dieser Bericht stellt einige grundsätzliche Überlegungen zur Finanzierung von Wissenschaft und Forschung an, versucht die Leistungen Wiens in der Forschungsförderung nachvollziehbar zu machen, nennt aber auch blinde Flecken und Versäumnisse der letzten Jahre. Beiträge von VertreterInnen der Scientific Community und der Stadtverwaltung ergänzen diesen Bericht. Es handelt sich um Einschätzungen darüber, in welchen Bereichen es in den vergangenen Jahren Fortschritte gab und wo noch mehr Anstrengungen nötig sind. Die VertreterInnen aus Forschung und Wissenschaft wurden gebeten, ihre Wünsche und Forderungen zu formulieren, während die VertreterInnen der Stadt ersucht wurden, die Vorhaben der nächsten Jahre in diesem Bereich zu schildern.


“Wissen schafft Wert”
Hochschulen und Forschung als wichtiger Standortfaktor - Dritter Report des Universitätsbeauftragten
Download Report 2013 (PDF, 1,4MB)

forschungsberichtWien ist eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Stadt. Sie ist nicht nur die größte Universitätsstadt im deutschsprachigen Raum, sondern beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt an unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen in einer der lebenswertesten Städte der Welt. Die Bedeutung der Hochschulen für die Identität Wiens ist enorm. Zugleich werden städtische Lebensfragen zunehmend in unterschiedlichsten Forschungsfeldern relevant. Dieses Wechselspiel ist eine der großen Chancen, wenn darüber nachgedacht wird, wie das Profil der Universitätsstadt Wien weiterentwickelt werden kann.

Im Zentrum des Berichts stehen diesmal zwei Fragen: Wie viel investiert die Stadt in Wissenschaft und Forschung? Und wie viel bekommt sie zurück – einerseits durch die ökonomische Wertschöpfung, andererseits durch die ansässigen WissenschafterInnen, deren Forschungsleistung direkt in die Lebenswirklichkeit der Stadt einfließt? Einige ausgewählte Beiträge im Bericht erzählen von Projekten, die dort stattfinden, wo man durchaus von urbanen Zukunftsbereichen sprechen kann: ob die Entwicklung Wiens und vieler anderer Städte zu Smart Cities und der Herausforderungen für das „Urban Management“, Fragen zur Sicherheit bei gleichzeitigem Schutz der Privatsphäre, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die Stadtplanung bis hin zur Gesundheitsforschung und den Fragestellungen zur Resilienz von Gesellschaften bei potenziellen Bedrohungen. Darüber hinaus gibt es viele Forschungsbereiche, die durchaus stärkere öffentliche Beachtung verdienen würden, wie etwa die für Wien besonders wichtigen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Der vorliegende Bericht und meine Tätigkeit mögen einen Beitrag dazu leisten.

Dies ist auch ein guter Anlass, einmal mehr zu betonen, dass Forschung für die Stadt und Stadt für die Forschung wichtig sind und konkrete Ideen und Vorschläge für eine prosperierende Forschungsstadt Wien in die Diskussion zu bringen. Mit all diesen Überlegungen im Hinterkopf wurden die Empfehlungen am Ende dieses Berichts formuliert. Sie sollen den Diskurs über Forschung und Forschungsförderung in der Stadt vorantreiben oder, wo dies noch nicht der Fall ist, einen solchen Diskurs überhaupt erst anregen.


DOWNLOAD Report 2012
“Auf dem Weg zur Zwei-Millionen-Stadt: Wie gestalten wir die Wissensmetropole Wien?”

Der zweite Jahresbericht zur Lage der Wiener Hochschul- und Forschungslandschaft soll Themen und Projekte, die zur Weiterentwicklung des Standorts dienen können, aufgreifen und einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Unter anderem stellt er die Frage, wie sich eine wachsende Stadt wie Wien als Wissensstandort stärker profilieren kann.

Um nur einige Punkte herauszunehmen: Im Rahmen der Wiener Hochschulrunde wurde etwa ein stärkerer gemeinsamer Außenauftritt der Hochschulen als ein konkretes Ziel gesetzt. In dieselbe Kerbe schlägt auch das neue Online-Forschungsportal der Stadt Wien. Eine Informationsplattform, die es ab Anfang 2013 Forscherinnen und Forschern ermöglicht, sich und ihre Projekte zu präsentieren. Für NutzerInnen bietet das Portal die Möglichkeit, sich einfach und bequem einen Überblick darüber zu verschaffen, wer in Wien zu einem gesuchten Wissenschafts- oder Forschungsbereich arbeitet.

Neben konkreten Projekten und laufenden Gesprächen widmet sich der Bericht auch der Frage, wie sich die langfristige Entwicklung des Wissensstandorts Wien gestalten kann. Welche Vision soll als Leitbild vorangetragen werden? Wie kann eine Zwei-Millionen-Metropole in wenigen Jahren ihre wissenschaftlichen Qualitäten international ausbauen und stärken? Welche Zukunftsfelder können mit dem vorhandenen Potenzial besetzt werden? Fragen, die jetzt gestellt werden müssen, um frühzeitig und strategisch erarbeitet zu werden. Der Bericht soll hierfür einen Anstoß zur Diskussion liefern.


 

Am 7. Dezember konnte ich mit Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie für bildende Künste, und Martin Gerzabek, Rektor der Boku, über konkrete Perspektiven für den Hochschul- und Forschungsstandort Wien sprechen. Die Diskussion fand im Hub in der Lindengasse statt. Dank der regen Beteiligung des Publikums wurde es, wie ich fand, ein interessanter Abend aus dem ich einiges für meine Arbeit mitnehmen konnte. Wolfgang Koch war im Publikum und hat einen kritischen, mitunter recht amüsanten Blogeintrag über die Diskussion verfasst.

 

 

 

Ausgehend vom Bericht „Über den Tellerrand: Wien als internationale Wissensmetropole“ waren u.a. die Sichtbarkeit der Universitäten und Forschungseinrichtungen im Stadtbild, konkrete Schwerpunktsetzungen und internationales Engagement bis hin zu Erleichterungen für Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland Themen an diesem Abend.

Für alle, die nicht kommen konnten: Die Podiumsdiskussion wurde aufgezeichnet und kann hier nachgesehen werden (schriftliche Zusammenfassung hier).

 

 


Ein jährlicher Bericht zur Lage des Wiener Universitäts- und Forschungsstandort soll aktuelle Entwicklungen mit Analysen, Empfehlungen und Aktivitäten begleiten. Es geht darum, Themen und Anliegen aufzugreifen, die für den Wissenschaftsstandort Wien wichtig sind. Der Bericht dient jedoch auch dazu, verschiedenste AkteurInnen und GesprächspartnerInnen aus der Forschungslandschaft Wien einzuladen, kurze Stellungnahmen oder Kommentare zu diesen wichtigen Themen einzubringen.

Erfreulicherweise sind zahlreiche ExpertInnen dieser Einladung gefolgt. Ihre einzelnen Stellungnahmen sind in den Bericht eingeflossen. Zweck des Berichts ist es, neben der Analyse von Stärken und Problemfeldern konstruktive Lösungen zur Weiterentwicklung der Universitäts- und Forschungsstadt Wien anzuregen. Grundsätzlich ist es das Ziel, die Kommunikation über die Vorteile Wiens als international ernst zunehmenden Forschungsstandort (auch innerhalb Wiens) zu forcieren und Themen aufzugreifen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Download des Bericht 2011: “Über den Tellerrand. Wien als internationale Wissensmetropole”