Neue Wege der Forschungsfinanzierung und Anreize für private Sponsorengelder unter einen Hut bringen.

Die Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitute brauchen mehr Geld. Das ist seit langem bekannt. Der Bund, der die Hauptverantwortung für deren Finanzierung trägt, hat schon vor Jahren das Ziel gesetzt, bis 2020 diesem Sektor 2 % des BIP zur Verfügung zu stellen. Das wären derzeit gut 6 Mrd. Euro; tatsächlich sind es nur etwas mehr als 4 Mrd. Euro. Rund die Hälfte entfällt auf Institutionen in Wien.

Der Staat tut also zuwenig. Was ist mit privaten Spenden? Private Mäzene spielen etwa für die Top-Universitäten der USA eine große Rolle. Es gehört dort zum guten Ton, durch großzügige Spenden einer Bibliothek, eines Labors oder einer Professur an einer Universität sich “zu verewigen”.

Das sonst spendierfreudige Österreich hat diese Tradition nicht – noch nicht. Bemerkenswerte Ausnahmefälle gibt es schon: Peter Bertalanffy hat 10 Mio. Euro für das Institute of Science and Technology in Gugging bei Wien gespendet, Dietrich Mateschitz unterstützt die Paracelsus-Uni in Salzburg mit 70 Mio. Euro. Natürlich, so wohlhabend sind nur wenige, aber viele kleine Spenden würden sich auch summieren…

Auf meine Initiative hat der Wiener Gemeinderat vor kurzem beschlossen, dem größten Wiener Forschungsförderungsfonds, dem WWTF, mit bis zu 2 Mio. Euro “Matching Funds” unter die Arme zu greifen. Das bedeutet: jeder Euro, den der WWTF an privaten Sponsorgeldern auftreibt – von Privatpersonen, Unternehmen oder Stiftungen, also von nichtstaatlicher Seite – , wird von der Stadt Wien verdoppelt, bis zu einer maximalen Höhe von 2 Mio. Euro. Im besten Fall erhöht sich also das WWTF-Budget, mit dem er Forschung in Wien finanzieren kann, um 4 Mio. Euro.

Das ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang, aber einen Versuch ist es wert. Noch sind einige rechtliche Details zu klären, auch auf Bundesebene. Aber es könnte gelingen, die Spendenfreudigkeit für die Forschung in Wien deutlich zu erhöhen – “Nachbar in Not” und “Licht ins Dunkel” waren zunächst auch Experimente, und wie haben sie sich bewährt!

(Beitrag erschienen in der Wiener Bezirkszeitung im Dezember 2014)